IG Spanienfreiwillige

Aktuell


Biografisches Handbuch erscheint
2. März 2009. Im Rotpunktverlag Zürich erscheint Mitte März 2009 das neue Standardwerk zu den Schweizer Spanienkämpferinnen und Spanienkämpfern von Peter Huber in Zusammenarbeit mit Ralph Hug.

Das reich illustrierte, 480 Seiten umfassende biografische Handbuch «Die Schweizer Spanienfreiwilligen» bringt erstmals umfassendes Licht in die antifaschistische Bewegung der Spanienkämpfer in der Schweiz. In 700 Kurzbiografien wird das soziale und politische Profil der Freiwilligen rekonstruiert. Insgesamt enthält das Lexikon die Namen von 780 Personen, die von der Schweiz aus dem republikanischen Spanien zu Hilfe eilten, gegen die drohende faschistische Diktatur kämpften und für die Freiheit der Republik und für eine gerechtere Gesellschaft eintraten.

Der Einleitungsteil gibt eine Einführung in den Spanischen Bürgerkrieg und beleuchtet die Freiwilligen in einem soziobiografischen Querschnitt. Der Dokumententeil bringt eine Auswahl von Faksimile aus den Moskauer Akten. Im umfangreichen Anhang sind Angaben zu den Quellen und zur Literatur zu finden. Der gesamte Anmerkungsapparat ist auf dieser Webseite unter «Biografisches Handbuch» zu finden. Die zahlreichen Illustrationen stammen zur Hauptsache aus Privatnachlässen, welche die IG in den letzten Jahren sichten konnte und die hier zum ersten Mal publiziert werden. Im Vorwort stellt Prof. Jakob Tanner, Universität Zürich, Überlegungen zum Thema «Antifaschismus und die Schweiz» an.

Peter Huber in Zusammenarbeit mit Ralph Hug, Die Schweizer Spanienfreiwilligen. Biografisches Handbuch, Vorwort von Jakob Tanner, Rotpunktverlag Zürich 2009, CHF 58.00, € 36.00, ISBN 978-3-85869-390-7, www.rotpunktverlag.ch

Buchvernissage: Sonntag, 29. März, 18 Uhr im Kanzlei, Kanzleistrasse 56, Zürich (Helvetiaplatz). Mit Jakob Tanner, Paul Rechsteiner und den Autoren Peter Huber und Ralph Hug.





Ein historischer Entscheid im Ständerat
12. März 2009. Der Ständerat hat heute dem Bundesgesetz über die Rehabilitierung der Freiwilligen im Spanischen Bürgerkrieg zugestimmt. Die Interessengemeinschaft Spanienfreiwillige ist erfreut über diesen historischen Entscheid.

Das Bundesgesetz hebt sämtliche Urteile und Entscheide von zivilen und militärischen Behörden gegen die Spanienfreiwilligen auf. Mit dem klaren Ja des Ständerats ohne Gegenstimme haben nun beide Kammern diesem Gesetz zugestimmt. Damit wird die vollständige Rehabilitierung derjenigen Schweizerinnen und Schweizer Tatsache, die 1936 mithalfen, die spanische Republik gegen den Faschismus zu verteidigen.

Die symbolische Entkriminalisierung bedeutet eine öffentliche Anerkennung der historischen Leistung dieser Antifaschisten 70 Jahre nach den Ereignissen. Dies ist ein weiterer Markstein in der Aufarbeitung der Schweizer Geschichte. Die Rehabilitierung trägt dazu bei, eine vergessene und verfemte politische Bewegung der Dreissigerjahre ins historische Gedächtnis zurückzuholen. Zahlreiche Nachkommen der Freiwilligen haben lange auf diesen Schritt gewartet.

Die Politik allein kann eine Rehabilitierung nicht verfügen. Sie ist vielmehr ein gesellschaftlicher Prozess. Aus diesem Grund möchte die IG weiterhin durch Publikationen und Forschungen an der kollektiven Erinnerung an die Spanienkämpferinnen und Spanienkämpfer weiterarbeiten. Interessierte finden die nötigen Informationen auf der Webseite www.spanienfreiwillige.ch.





IG begrüsst Entscheid des Nationalrats
2. Dezember 2008. Die IG Spanienfreiwillige nimmt erfreut vom positiven Entscheid des Nationalrats Kenntnis. 70 Jahre nach ihrer Verurteilung sind die Spanienfreiwilligen nun endlich vollständig rehabilitiert.

Das Ja der grossen Kammer zur Aufhebung der Strafurteile stellt einen geschichtspolitischen Markstein dar. Es bedeutet die Würdigung und Anerkennung der historischen Leistung derjenigen, die schon früh gegen den Faschismus gekämpft haben.

Die Schweizer Freiwilligen kämpften an der Seite der spanischen Republik für Demokratie und Freiheit. Ihr antifaschistischer Einsatz wurde von der offiziellen Schweiz mit Gefängnis, Ausschluss von den politischen Rechten und sozialer Diskriminierung quittiert. Diese Ungerechtigkeit hat nicht nur die Freiwilligen selbst, sondern auch ihre Familien sowie die Reputation der Schweiz vor der Geschichte belastet. Mit der kollektiven Aufhebung der militärischen und zivilen Urteile und Entscheide ist dieses Unrecht nun getilgt.

Mit Blick auf die wenigen noch lebenden Spanienkämpfer kommt die Rehabilitierung spät. Dennoch ist sie über den Kreis der Betroffenen hinaus ein wichtiger symbolischer Akt für das historische Selbstverständnis der Schweiz und ein weiterer Schritt hin zu einem modernen Geschichtsbild ohne Mythen und Vorurteile. Die IG ist zuversichtlich, dass sich auch der Ständerat als Zweitrat diesem Votum anschliessen wird.

Mit der Rehabilitierung ist ein fruchtbarer Boden für die künftige Tätigkeit der IG gegeben. Sie wird weiterhin durch Vermittlung, Aufklärung und Forschung dazu beitragen, dass die Spanienfreiwilligen nicht in Vergessenheit geraten und ihr Erbe, der mutige und selbstlose Kampf für Freiheit und gegen Faschismus, auch in den folgenden Generationen lebendig bleibt.





Bundesrat befürwortet Rehabilitierung
Auch der Bundesrat befürwortet die Rehabilitierung der Spanienkämpfer. Wie er in seiner Medienmitteilung vom 26. November 2008 schreibt, unterstütze er die Gesetzesvorlage des Parlaments. Er unterstreicht, dass die Sanktionen gegen die Spanienkämpfer seinerzeit rechtmässig erfolgt seien, doch deckten sich die damaligen Urteile nicht mehr mit dem heutigen Gerechtigkeitsempfinden. Im Lichte des heutigen Geschichtsverständnisses verdiene der damalige Kampf für die Demokratie Anerkennung. Der Bundesrat teilt auch die Auffassung der nationalrätlichen Rechtskommission, wonach das Verbot des fremden Militärdienstes mit der Aufhebung aller Strafurteile in keiner Weise in Frage gestellt oder neu gewertet werde.

Link: www.ejpd.admin.ch





Bericht zur Rehabilitierung erschienen
Die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrats hat am 20. November 2008 ihren Bericht über die Rehabilitierung der Schweizer Spanienfreiwilligen publiziert. Darin ist die Aufhebung sämtlicher Urteile und Entscheide gegen Spanienfreiwillige vorgesehen. Die Freiwilligen auf der Seite der Republik hätten durch ihre Handlungen die auch für unser Staatswesen grundlegenden Werte der Freiheit und Demokratie verteidigt. Sie hätten ihr Leben riskiert, um den Vormarsch des Faschismus zu stoppen. Ihr Verhalten sei aus heutiger Sicht als historische Leistung zu würdigen.

Der zwölfseitige Bericht kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:

http://www.parlament.ch/D/Medienmitteilungen_Aktuell/Seiten/mm-rk-2008-11-18.aspx





Ständeratskommission hat Zeichen der Zeit erkannt
Die Interessengemeinschaft Spanienfreiwillige ist erfreut über den einstimmigen Entscheid der ständerätlichen Rechtskommission, die Schweizer Spanienkämpferinnen und –kämpfer zu rehabilitieren und die ungerechten Militärurteile aufzuheben.

Die Kommission hat die Notwendigkeit erkannt, denjenigen Schweizerinnen und Schweizern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die sich im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) gegen Faschismus und für Freiheit und Demokratie eingesetzt haben. Bekanntlich ist die Schweiz die einzige Demokratie, welche die Spanienfreiwilligen für ihr Engagement konsequent ins Gefängnis gesteckt hat.

Der einstimmige Entscheid der Kommission zeigt, dass die alten parteipolitischen Gräben überwunden sind und das neue Bild, das die Forschung von den Spanienfreiwilligen zeichnet, anerkannt wird. Nach der erfolgreichen Rehabilitierung der Flüchtlingshelfer zur Zeit des Nationalsozialismus ist es nun an der Zeit, auch die Spanienfreiwilligen in ihrer historischen Rolle als frühe Kämpferinnen und Kämpfer gegen Nationalsozialismus und Faschismus angemessen zu würdigen.

Die IG und mit ihr zahlreiche Nachkommen und Familien hoffen, dass nun bald eine Gesetzesvorlage für eine kollektive Urteilsaufhebung ausgearbeitet wird. Die positiven Reaktionen auf die erstmalige Veröffentlichung der Namen aller rund 800 Spanienfreiwilligen aus der Schweiz im Internet (www.spanienfreiwillige.ch) zeigen, dass die Rehabilitierung begrüsst und teils sehnlichst erwartet wird.





Neue Webseite www.spanienfreiwillige.ch
pd. Zum ersten Mal sind die Namen sämtlicher Schweizer Freiwilligen, die auf der republikanischen Seite am Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) teilgenommen haben, im Internet auf www.spanienfreiwillige.ch einsehbar. Ermöglicht hat dies die neu gegründete Interessengemeinschaft Spanienfreiwillige.

Gegen 800 Schweizer Freiwillige nahmen am Spanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Republik teil. Sie kämpften als Milizionäre oder Mitglieder der Internationalen Brigaden gegen die aufständischen Truppen des Generals Franco, der nach seinem Sieg eine 40jährige Diktatur errichtete. Die insgesamt 35 000 antifaschistischen Freiwilligen, die aus aller Welt kamen, waren die ersten, die sich mit der Waffe in der Hand dem Faschismus entgegenstellten und für die Freiheit kämpften. In der Schweiz wurden sie dafür mit mehrmonatigen Gefängnisstrafen bestraft. Von allen Demokratien verhängte die Schweiz die härtesten Sanktionen.

Neueste Forschung

Jetzt werden erstmals die Namen sämtlicher bekannter Spanienfreiwilliger im Internet unter www.spanienfreiwillige.ch publiziert. Die Webseite wurde von der Interessengemeinschaft Spanienfreiwillige eingerichtet, die im vergangenen November in Zürich gegründet wurde. Die Liste beruht auf den neuesten Forschungsdaten und enthält gegen 800 Namen.

Auf Grund der unterschiedlichen Quellenlage sind von den Freiwilligen teils nur gerade die Namen bekannt, teils sind sie mit den genauen Lebensdaten aufgeführt. Etwa ein Viertel ist den Kämpfen in Bürgerkrieg zum Opfer gefallen. Neben rund 650 Schweizerinnen und Schweizern sind auch über 100 Emigranten verzeichnet, die sich vor ihrer Abreise nach Spanien in der Schweiz aufhielten.

Die Webseite vermittelt zahlreiche Informationen über die Herkunft der Freiwilligen, ihre soziale Zusammensetzung und politische Zugehörigkeit sowie über die 420 Urteile der Militärgerichte. Im Schnitt wanderten die Verurteilten für vier Monate wegen fremdem Kriegsdienst hinter Gitter. Eine Amnestie wurde ihnen im Unterschied zu anderen Ländern verweigert. Weiter informiert die neue Webseite über die langjährigen Bemühungen zur Rehabilitierung. Eine Literaturliste sowie Links zu Spanienkämpfer-Vereinigungen in andern Ländern runden das Angebot ab.

Ungerechte Militärurteile

Die IG Spanienfreiwillige ist ein Zusammenschluss von Interessierten und HistorikerInnen und wurde am 20. November 2007 in Zürich gegründet. Sie setzt sich für das öffentliche Andenken an die Spanienkämpferinnen und -kämpfer ein und wird ideell von namhaften Persönlichkeiten unterstützt. Die IG engagiert sich insbesondere für die Aufhebung der ungerechten Militärurteile. Im Nationalrat liegt eine entsprechende parlamentarische Initiative von Paul Rechsteiner vor. Sie wurde kürzlich von der Rechtskommission des Nationalrats gutgeheissen.

Die IG will die Öffentlichkeit in Zukunft über die Spanienfreiwilligen, ihr Schicksal und ihre historische Leistung aufklären und so das öffentliche Andenken an diese weithin vergessenen antifaschistischen Widerstandskämpfer bewahren. Während die Spanienfreiwilligen in Ländern wie Frankreich, Italien oder Grossbritannien in hohen Ehren stehen und ihrer in jährlichen Feiern und Kongressen gedacht wird, fehlt eine solche aktive Erinnerungskultur in der Schweiz weitgehend. Die IG will dazu beitragen, dass die Freiwilligen im kollektiven Gedächtnis unseres Landes besser verankert werden und ihre historisch-politische Bedeutung anerkannt wird.



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